Synonyme: Weißkohl: Weißkraut, Kappes, Komst, Weißkabis Rotkohl: Rotkraut, Blaukraut, Blaukohl, Rotkabis Wirsing: Welschkohl, Wirschkohl, Savojerkohl, Herkunft: Die wilde Form aller Kohlarten wächst an den Küsten des Mittelmeeres und an der europäischen Atlantikküste. Weil auch der Weißkohl das maritime Klima sowie Gebiete mit hohen Niederschlägen liebt, sind bedeutende Anbauländer ua die Niederlande, Frankreich, Dänemark, England, Griechenland und, an exponierter Stelle, Deutschland.Dithmarschen ist das größte Kohlanbaugebiet Europas. Weißkohl ist aufgrund seiner guten Lagerfähigkeit ganzjährig erhältlich. Im Unterschied zum Weißkohl hat der Rotkohl kleinere, sehr feste Köpfe.Der Rotkohl hat seine Heimat im Mittelmeerraum und Kleinasien.Angebaut wird er vor allem in Belgien,in den Niederlanden,Skandinavien, Polen,Frankreich,Italien und natürlich bei uns in Deutschland.Hauptanbaugebiete in Deutschland sind Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen.Sowie Weißkohl ist auch Rotkohl ganzjährig verfügbar.
Ernährungspsyschologische Bedeutung: Kopfkohl galt bis zur Mitte dieses Jahrhunderts als das in weiten Teilen Europas wichtigste Gemüse.Als Frisch- und Lagerprodukt, verarbeitet als Sauerkraut, für Koch- und Salatgemüse läßt es sich vielseitig verwenden. Sauerkraut war früher im gesamten Winterhalbjahr die einzige Vitamin-C-Quelle bei Gemüse. Einfacher Anbau,hohe Ertragsleistung und lange Lagerfähigkeit förderten den Absatz von Kopfkohl als Nahrungsmittel.
Wirtschaftliche Bedeutung: Mit seinem beachtlichen Produktionsumfangs ist Kopfkohl von großer Bedeutung. Hinsichtlich der weltweit erzeugten Menge liegt er nach Tomaten an zweiter Stelle aller Gemüsearten.Etwa ein sechstel der Welt- anbaufläche entfällt auf Europa.Die Weltweit bedeutensten Anbauländer von Kopfkohl sind Korea,China, die USA,Russland und Polen.In Deutschland wird Weisskohl auf einer Fläche von ca 7700 ha und Rotkohl auf einer Fläche von ca 3600 ha angebaut.Mehr als 50% der jährlichen Weißkohlernte wird von der Industrie zu Sauerkraut verarbeitet.Weißkohl gehört zu den wenigen Gemüsearten in Deutschland mit nennenswertem Exportumfang.
Anbauformen: Der großflächige, feldmäßige Anbau von Kopfkohl für die Verarbeitungsindustrie findet in landwirtschaftlichen Betrieben statt, der Anbau von Frühkopfkohl sowie von Kopfkohl für den Frischmarkt überwiegend im Intensivanbau der Gemüsebaubetriebe. Frühe Pflanzungen kann man zeitweilig zur Ernteverfrühung mit Vlies oder Lochfolie abdecken. Die meisten der heute angebauten Sorten sind Hybriden. Der Frischmarkt verlangt derzeit kleine Köpfe mit frischgrüner, einheitlicher Qualität.Teilweise sind auch Kopfgewichte von nur 1 kg gefragt. Bei Wirsing ist auch die Kopffarbe für den Verkauf entscheident.
Pflanzung: Für frühe Ernten im Juni sind standortabhängig Pflanztermine zwischen Anfang und Ende März möglich. Pflanzweiten und Bestandsdichten richten sich nach dem Verwendungszweck. Beim PfIanzen ist darauf zu. achten, daß sich die Jungpflanzen möglichst senkrecht in der gewünschten Tiefe im Boden befinden. Vor dem Pflanzen sind die Jungpflanzen durchdringend zu wässern. Bei Trockenheit im Sommer geschieht das Beregnen unmittelbar nach dem Pflanzen.